Hier erzähle ich Geschichten über meine Bilder, was gerade so entsteht im Atelier oder mit welchen Kunstthemen ich mich beschäftige.
Inhaltsverzeichnis
2026
- 5. Feiningers Dachbodenatelier
- 4. Mesoamerika
2025
- 3. Caravaggio, Lenbach und Loginovs Lehren
- 2. Verliebt in Indochina
2024
- 1. Straße der Romanik
5. Feiningers Dachbodenatelier
Vor 70 Jahren starb der Lyonel Feininger (17. 07 1871-13.01.1956). Nach dieser Zeit (Ende 2026) gilt das Werk eines Künstlers gewöhnlich als gemeinfrei. Dies gilt wohl aber so nicht für die USA. Also verfasse ich diesen Artikel leider ohne bildlichen Bezug auf Feiningers Arbeiten zu nehmen und benenne nur die Titel.
Ich war ja schon oftmals unterwegs, um Motive für Bilderserien zu erkunden und dabei stieß ich auch immer wieder auf das künstlerische Schaffen Lyonel Feinigers. Erste Berührung hatte ich schon Anfang der 2000er bei Wanderungen rund um Weimar, wo es Tafeln mit seinen Zeichnungen am jeweiligen Ort des Entstehens gibt. Lyonel Feininger war 1919 der erste von Walter Gropius berufene Meister am Staatlichen Bauhaus in Weimar. Sein Holzschnitt „Kathedrale“ wurde das Titelblatt des Bauhaus-Manifest. Dieses Blatt sah ich dann 2021 bei meinem Besuch im Feininger Museum in Quedlinburg, wobei ich in Quedlinburg eigentlich zu Erkundungen zum Thema „Straße der Romanik“ war. Der starke schwarz-weiß-Kontrast und die strenge geometrische Zerlegung faszinierten mich. Hier ein kleiner eigener Versuch einer Quedlinburger Ansicht.
Aber dennoch machte ich doch von dieser Sicht lieber eine Zeichnung mit Tusche im Stil der Serie „Straße der Romanik“.
Feiningers Ölbilder sah ich bei Besuchen im Kunstmuseum Moritzburg in der Ausstellung "Die Stille im Lärm der Zeit" , eine Präsentation der Sammlung Ziegler, die eine bedeutende Privatsammlung zur Kunst des Expressionismus und der klassischen Moderne ist, sowie „Das Comeback. Bauhaus Meister Moderne“. Statt nun auf Feiningers Spuren zu wandeln, erkundete ich in der Nähe der Moritzburg für den Zyklus „ Halle - Kleinode der Baukunst“ Halles Architektur und blieb in der Zeit zurück mit meiner Tuschzeichnung vom Belle Epoque Baustil des „Pianohauses Döll“.
Wie auch Feininger zieht es mich immer wieder ans Meer. Mein Meer ist die Ostsee, mein Sehnsuchtsort. 2012 besuchte ich auch auf der Insel Usedom auf dem Weg zum Haus des Malers Otto Niemeyer-Holstein auch die Mühle von Benz, dem Dorf in dem Feininger von 1908 bis 1913 regelmäßig zeichnete.
Im Fischerdorf Neppermin, das nebenan liegt, widmete Feiniger sich seinen phantastischen Schiffsszenen. Ich bekam auch das Buch „Im Hafen von Peppermint“, das zahlreiche seiner Schiffsbilder enthält. („Peppermint“ war seine liebevolle Umschreibung des Ortsnamens Neppermin.)
Immerhin nahm ich von Feiningers Bildern und Lebensbeschreibungen soviel mit, dass Segelboote eine extrem große Rolle in seiner Kunst spielten. Schon in seiner Jugend in New York, einer der größten Hafenstädte der Welt, zog es ihn immer wieder zu den Schiffen. Meine Lieblingsbilder mit Booten von ihm sind "Schärenkreuzer" von 1930 und "Stiller Tag am Meer III" von 1929.
2024 war ich wieder in der Nähe von Usedom unterwegs. Aber auch da sollte es immer noch nicht sein, dass mein malerisches Interesse in diese Richtung gelenkt wurde. Vielmehr beschäftigte ich mich mit Caspar David Friedrich, zu dessen 250. Geburtstag eine große Romantik-Ausstellung in Greifswald zu sehen war. Nachdem ich ja schon 2018 am Petersberg bei Halle mein ganz persönliches Caspar-David-Friedrich-Dejavue erlebte und in Acryl die Reste der Capella vetus im Schnee samt mir selbst als einsame Wanderin auf die Malplatte bannte, besuchte ich nun im Regen die Klosterruine Eldena, die CDF selbst schon 1824 malte. Genau 200 Jahre später reichte es bei mir lediglich für ein kleines Reiseaquarell der Klostermauern.
Und nachdem ich ja vorher schon den "Caspar-David-Friedrich-Peter-(s)-Berg" noch in einer Tuschezeichnung für den Zyklus „Straße der Romanik“ verarbeitet hatte (Siehe Kapitel 1), begann ich nach Anregungen meines Mannes, der in Halle geboren wurde und Feiningers Bilder lange vor mir liebte, im Jahr 2024 endlich auch mit meinem Studium der Feiniger-Gemälde. Seine Bilder zeigen eine ganz eigene Art des Farbauftrags. Wie mochte er dieses realisiert haben? Wie kam er zu den geometrischen Zerlegungen? Warum arbeitete er mit so starken perspektivischen Verzerrungen? Welchen Einfluss hatte die Fotografie? Es begann mich zu faszinieren und ich fing an zu experimentieren. Begeistert war ich ja von dem Bild „Stiller Tag am Meer III“ von 1929, auf dem natürlich Segelboote zu sehen sind, welches sich aber durch extreme Farbigkeit in Gelb-, Rot- und Blautönen auszeichnet. Also experimentierte ich ebenfalls mit den Bauhausfarben und geometrischen Konstruktionen. Zunächst studierte ich die von Feiningers Bildern bekannten Sujets, die es in Halle(Saale) gibt. Lyonel Feininger schuf zwischen 1929 und 1931 elf Gemälde mit Motiven der Stadt Halle (Saale). Es gibt auch einen beschilderten Rundgang durch die Stadt, wo man an den Originalschauplätzen stehen und auf Tafeln die jeweiligen Abbildungen von Feiningers Umsetzung studieren kann.
Also fing ich mit dem Roten Turm an und auch wenn es von dieser Ansicht kein Vorbild Feiniger gibt, hielt ich diese schon von mir erprobte Sichtachse für geeignet. 2018 schuf ich Zeichnungen für die Kalenderserie „Halles Baukunstwerke“ und hatte mit dabei auch den Roten Turm auf Halles Marktplatz. Da ich nun eine Straßenschlucht suchte, die sich für eine Feiniger-Übung im Stile "Church of Minorities II" eignete und sich hier im weiteren Verlauf der Straße sich eine derartige Sicht mit guten kontrastreichen Lichtverhältnissen bot, wurde die Ulrichstraße mein erstes Übungsmotiv in Rot, Gelb, Blau und starken Tonwerten. Bei der Zerlegung des Motivs in Flächen gaben mir die Straßenbahnoberleitungen eine gute Orientierung. Im Himmel entstanden dann zufällig auch zusätzliche Türme (Halle ist die Stadt der Türme) oder auch Segelboote zu Ehren Feiningers. Mich begeistern diese Zufälle sehr und in weiteren Bildern wurden von mir dann absichtlich immer wieder Segelboote eingebunden. Mich freute dieses Bildergebnis, da keine Kopie sondern etwas Eigenes entstanden war.
Für die oben erwähnte Serie „Halle - Kleinode der Baukunst“ für den Kunstkalender 2022 des Galerieverlags Mitteldeutschland war ich auch am Graseweghaus. Davor steht eine Tafel mit dem Verweis auf Feiningers Werke „Roter Turm“ von 1930, von dem es zwei Versionen in Öl gibt, von denen mir die Version II sehr gefällt. Beide habe ich im Kunstmuseum der Moritzburg gesehen. Warum nicht auch eine originale Ansicht, die auch Feiniger malte, verwenden? Also machte ich mich ans Werk und natürlich durften jetzt die Segelboote nicht fehlen. Man sieht schon auf der Tuschezeichnung, dass die Sonnenschirme sich vor Ort prima als Segelboote eignen.
Jetzt war ich „angefixt“ und es entstand eine ganze Serie, die „Wege zum Roten Turm“ heißen sollte. Es gibt in Halle sehr viele Straßen, die auf den Markt und damit auf den Roten Turm zulaufen.
Ein weiteres Motiv fand ich so auf eben diese Weise. Feiniger malte 1931 die Marktkirche mit dem Roten Turm im Hintergrund in „Marktkirche bei Nacht“. So begann ich ebenfalls dieses gleiche Motiv zu erkunden. Auf dem Zwischenbild sieht man schon ein schönes Segel und dann wurde es einen ganze „Regatta im Mai“.
Ein ganz bezauberndes, zarteres, ja goldenes Bild gibt es von von Feininger mit „Halle, am Trödel“, 1929. Die Häuser sind weg, dieses Motiv gibt es nun so nicht mehr. Die jetzige moderne Architektur öffnete mir hier aber einen weiteren durchaus reizvollen Blick zum Roten Turm.
Nachdem ich schon 2023 in Merseburg an der "KunstMesse für zeitgenössische Landschafts-malerei aus Mitteldeutschland" in der Willi-Sitte-Galerie mit dem Zyklus „Straße der Romanik“ teilnehmen durfte, konnte ich diese Bilder 2024 ebenfalls dort ausstellen. Nachdem sich diese Serie nach Aussagen des Galeristen der Galerie Kunstlandschaft nicht für einen Kalender des Galerieverlags eignen würden, da sie "zu speziell" seien, wollte ich die Serie enttäuscht beenden. Auf der Messe aber fanden die Bilder großen Anklang. Viele Besucher sprachen mich auf das große Vorbild an. Man erkannte auch die regionalen Motive erfreut wieder. Alle vier Bilder wurden verkauft.
Für mich malte ich im folgenden Jahr auf einem Malplatten-Reststück noch ein kleineres, „cleaneres“ Bild der Giebichensteinbrücke und wich damit nun von meinem selbstgewählten Thema "Wege zum Roten Turm" ab, weil kein Kalender mehr geplant war. Aber die geliebten Segelboote sind mehrfach eingewebt. Es folgte noch ein Bild der Marktkirche mit dem Marktschlösschen, das ich sehr liebe. Es ist eine ganz andere Ansicht der Marktkirche geworden als in den berühmten Feininger-Gemälden "St. Marys Church with the Arrow" und "Marktkirche" von 1929. Und weil ich nun einmal schon vom Thema „Wege zum Roten Turm“ abgewichen war, folgte im Herbst 2025 noch ein letztes mit einer Ansicht vom Leipziger Turm über die Leipziger Straße. Hier wollte ich die Zither des Straßenmusikers in die Bildkonstruktion einpflegen. Man erkennt im Hintergrund die Saiten des Instrumentes und auch das Schallloch, den Umriss des Korpus' bilden Turm und Baum.
Dieses Bild sollte das „allerletzte“ sein. Die Serie wurde geschlossen. Der Reiz war zunächst verloren. Eine Schulterverletzung behinderte mich weiterhin. Neues wollte studiert werden. Über den großen Anklang für gerade diese Bilder, die anfangs nur als Studienobjekte dienen sollten, freute ich mich immer noch sehr. Anfang 2026 waren alle Bilder verkauft, aber die Nachfrage war geblieben. So begann ich im Mai 2026 als neuerlich "allerletztes" Bild ,eine Darstellung des Torturms der Moritzburg als eine Hommage an Lyonel Feiniger zu malen. Wie man an dem Strich sieht, hat es Spaß gemacht. Das Motiv eignete sich eigentlich nicht so sehr, weil hier, abweichend von meinen Vorbildern in den Gemälden des Meisters, der Turm quasi im Vordergrund hell und präsent steht. Ich mag die Art Feiningers, oftmals das darzustellende Gebäude im Hintergrund zu halten, den Blick zu lenken. So auch in seinem Bild "Torturm II" schon 1925, wobei dieser aber mit dem Turm der Moritzburg keinerlei Ähnlichkeit aufweist. Dennoch wählte ich gerade dieses Motiv aufgrund seiner Geschichte und Nähe zum Künstler.
Beim Malen stellte ich mir vor, wie Feininger sich in seinem Atelier unter dem Dach des Torturms mit dem großen Auftrag wohl gefühlt haben mag. Ich arbeite zuhause ja auch in einem Dachbodenatelier und bei diesem Bild, das ich mit dem Schwung von Palettenmesser, Spachteln, Pinseln und Fäden erschaffen habe, fühlte zumindest ich mich zufrieden. Ich habe mit größerem Mut, freien Gedanken und spielerischer Kraft doch eine weitere Entwicklung in der Bildsprache gemacht. Feininger malte dort oben in seinem Atelier 11 Ansichten von Halle und ich habe es bei meinen Studien nun immerhin auf 9 gebracht. |
4. Mesoamerika
Bildausschnitt - Atitlansee (Original 60x120, Öl auf MDF, 2026)
Anfang des Jahres 2026 war ich einige Wochen in Guatemala, Belize und Mexiko. Derzeit verarbeite ich meine vielfälitigen Eindrücke gleichzeitig in mehreren Ölbildern.
Im April 2026 stehen schon einge halbfertige Bilder in meinem Atelier:
- Atitlan-See (Guatemala),
- Blick vom Vulkan "Pacaya" auf den Vulkan "Agua" mit dem heiligen Baum macpalxōchitl und ein kleines Bild dessen Blüte (Guatemala),
- Maya-Stätte Tikal - Blick auf Tempel IV (Tempel der zweiköpfigen Schlange) (Guatemala) und
- eine Ansicht des karibischen Strands der Maya-Stätte Tulum (Mexiko).
Davor habe ich mich intensiv mit der Mythologie der Maya beschäftigt und das Popol Vuh, das heilige Buch der Quiche-Maya, studiert. Ganz besonders interessierte mich die Geschichte des Maisgottes, die unser Reiseleiter in der Maya-Stätte Uxmal kurz anriss. Auch besuchten wir die Keramikwerkstätte der yucatekische weltbekannten Künstlerin Patricia Martín Morales, die sich der Wiederbelebung der prähispanischen Mayakeramik verschrieben hat. Im Maya-Museum in Merida widmete ich dann meine ganze Aufmerksamkeit einem Mayakodex. Ich habe mir nun ein eigenes "Schriftstück" angefertigt, das natürlich weder Anspruch auf Vollständigkeit noch Richtigkeit erhebt. Alle Bestandteile wie Götterdarstellungen und Glyphen habe ich mir aus Kodices und Darstellungen auf Maya-Keramiken zusammengesammelt .
Die Bedeutung aller Zeichen und Symbole meiner Buntstiftzeichnung befindet sich in dieser Datei -->.
3. Caravaggio, Lenbach und Loginovs Lehren
meine Studie Bleistift & Kreide auf getöntem Papier 02/2026
Michelangelo Merisi da Caravaggios Bild "Die Kreuzigung des Heiligen Petrus" beeindruckte mich in Rom bei meinem Besuch in der Kirche Santa Maria del Popolo sehr. Hier meine Kompositions- und Tonwertstudie ohne Berücksichtigung des eigentlich tiefdunklen Hintergrundes.
Unerhört! eigentlich, denn Caravaggio war ein Meister des Chiaroscuro, was ich sehr bewundere. Schon vor 5 Jahren fertigte ich eine Studie zum Lautenspieler, der im Original in der Eremitage hängt. Insgesamt 12 originale Werke habe ich mittlerweile gesehen und studiere weiter....
"Lautenspieler" Ausschnitt Acryl
Franz von Lenbach, Professor an der Großherzoglich-Sächsischen Kunstschule Weimar, war der Auffassung, dass nicht die deutschen Akademien und überhaupt die Lehrbarkeit der Kunst zum Erfolge führen können, sondern dass allein die Qualität des Vorbildes und das Interesse, die künstlerische Produktion zu begreifen, eigene schöpferische Kräfte stärke.“ Diesen Ansatz verfolgte ich weiter, nicht zuletzt ist Franz von Lenbach, dessen so lebendige Portraits von Wagner, Semper, Bismarck, mich beeindrucken, ein Vorbild in meiner Beschäftigung mit der Portraitmalerei.
Blick ins Atelier
Lenbachs Bilder selbst habe ich schon in seinem Geburtshaus in Schrobenhausen bewundert und anlässlich meiner Reise zum LOGINOV-Workshop in München dort in seiner Villa im Lenbachhaus studiert. Lenbachs eigene Art der Portraitkunst wird Thema weiterer Studien sein, zumal dies an meine Tuscharbeiten und Mixedmedia auf Papier anknüpft. In München lernte ich zunächst einmal - als unerwartete Zugabe - auch die russische Portraittechnik unter Verwendung von "Russischer Sauce".
Portrait meiner Mutter, Graphit auf Bütten
2. Frühjahr 2025 - Verliebt in Indochina
Im Frühjahr 2025 war ich in Indochina und habe eine Fülle an Eindrücken im Kopf, die auf die Leinwand wollen. Für das Führen eines Skizzenbuches war einfach die Zeit zu knapp. Hier ein paar kleine Zeichnungen u.a. von den jungen Menschen, die sich im Literaturtempel in Hanoi für die sozialen Medien gegenseitig fotografierten. In der Kaiserstadt Hue ließen sich die jungen Frauen selbst von strömendem Regen nicht abschrecken. Und in Ho-Chi-Minh-Stadt im Gelände des Wiedervereinigungspalastes erinnerten mich die jungen Menschen in ihren blauen Blusen, die vor Panzern posierten, an meine eigene Jugend.
Die fleißigen Frauen, die in Hanoi, die den Müll abtransportieren, der von den Leuten in Plastebeuteln einfach im Rinnstein deponiert wird, beeindruckten mich. Diese kleine Frau auf der Aquarellskizze, lieferte wohl Brennholz aus und lief ohne Schuhe nur auf Strümpfen mit ihrer schweren Last, während an ihr vorbei an der Straße ein junger gutgekleideter junger Mann in kurzen Hosen mit Smartphone und Kopfhörern joggte.
Natürlich möchte ich hier nicht von der ganzen Reise, wohl aber doch ein paar Höhepunkte, die dann zu eigenen Bildern verarbeitet wurden, berichten.
Vietnam - Lap An Lagoon (Đầm Lập An)
Öl auf MDF 40x80cm, 2025
Im Januar erreichten wir kurz vor dem Wolkenpass eine Lagune mit einem surrealen berührendem Anblick. Im Hintergrund steht eine Vietnamesin im Wasser und "gärtnert" in ihrer Perlenfarm. Und erst später zuhause hab ich erfahren, dass diese Lagune für ihr berühmtes Panorama und die Spiegelung der Bergkette im klaren Wasser berühmt ist.
UNESCO-Weltnaturerbe Halong,
Öl auf MDF 40x80, 2025
Eine entspannte Kajakfahrt in der Halongbucht brachte mich zur Hang Trinh Nu -Höhle, die man durchwandern kann und am Ende der Höhle erreicht man einen von Kalksteinfelsen umschlossenen einsamenen Sandstrand, wo man sich wie in einer anderen Welt fühlt. Auch in zwei James Bond-Filme ist die Halongbucht Schauplatz der Handlung ("Der Mann mit dem goldenen Colt" (1974) und "Der Morgen stirbt nie (1997)) . Da aber die Filme in Thailand gedreht wurden, hat "007" diesen spektakulären An- und Augenblick verpasst.
Und wo wir schon mal beim Film sind, gleich noch ein Filmset. Lara Croft : Tomb Raider mit Angelina Jolie wurde 2001 in Kambodscha im Ta Prohm Tempel gedreht. Die von Urwaldbäumen überwachsenen Tempel ließen mich erfürchtig staunen vor der gewaltigen architektonischen Schönheit sowie vor der Urkraft der Natur.
Ta Prohm, Öl auf HDF 40x60cm, 2025
Und so gibt es im Komplex von Angkor noch jede Menge tolle Tempel zu besichtigen und jeder ist einzigartig anders. Bateay Srei aus dem 10. Jhdt beispielsweise ist bekannt für seine detaillierten Wächterfiguren, darunter Affen-Krieger (Dvarapalas) aus der hinduistischen Mythologie, oft als Teil von Hanumans Armee. Aber auch echte Affen toben immer wieder in den Tempelanlagen ausgelassen herum.
Angkor Wat von Osten, Öl auf MDF 60x80, 2025
Als Höhepunkt der Reise erlebte ich den Besuch der Tempelanlage Angkor Wat. Der Reiseleiter führte uns von Osten her, sozusagen "durch den Hintereingang" und das war gut so. Am Torhaus vorbei nach einem kleinen Spaziergang durch einen ursprünglichen Wald öffnete sich plötzlich eine Blickachse direkt auf den Haupttempel. Ohne die großen Touristenströme, die sich gegenüber am Haupteingang tummelten, genoss ich ergriffen diesen Anblick. Und immer wenn ich jetzt zuhause die Treppe herunterkomme, laufe ich auf dieses Bild zu und die Erinnerung wird wieder lebendig.
1 Straße der Romanik
Für das Jahr 2025 legt der Mitteldeutsche Galerieverlag Halle einen limitierten Kunstkalender mit meinen colorierten Tuschezeichnungen zur Straße der Romanik auf. Ich wohne ja in Merseburg und habe von dort aus schon einige Stationen der "Straße der Romanik" erkundet. Es macht mir eine Riesenfreude, die Gegend zu erkunden und viel über die Geschichte dabei zu lernen. Den Text der auf dem Kalenderrücken erscheint, habe ich also selbst zusammengetragen.
Der Begriff „Romanik“ beschreibt eine kunstgeschichtliche Epoche ab der Mitte des 10 Jahrhunderts in Europa. Durch Sachsen-Anhalt schlängelt sich in Form einer Acht die Straße der Romanik, die derzeit 88 Sehenswürdigkeiten umfasst. Folgen Sie mir zunächst auf der Südroute zu 7 ausgewählten Orten, die mich durch ihre Schönheit und Erhabenheit zu meinen colorierten Tuschzeichnungen anregten. Das Typische der romanischen Baukunst, die Rundbögen, dicken Mauern, Tonnengewölbe und Würfelkapitelle, ist meist nicht vordergründig auf meinen Ansichten dargestellt. Vielmehr ging es mir darum, das Auge des Betrachters auf die besondere zeitüberdauernde Schönheit dieser Orte, oft prächtig, ja imposant, und manchmal ganz still und ehrwürdig, zu lenken.
Die Romanik - eine spannende Zeit von Königen und Gegenkönigen
Ab 919 waren die Ottonen Herrscher des ostfränkisch-deutschen Reichs mit Heinrich I. , Otto I. (der Große) , Otto II. , Otto III. , Heinrich II. .
Nach dem Tod Heinrichs II 1024 ging die Königswürde auf die Salier, auf Konrad II, einen Uruenkel Ottos I, über. Ab Ende der 1060er entwickelte sich unter den Salischen Kaisern (ab Heinrich IV) die Hochromanik, eine zweite Phase der Romanik. Nach dem Tod Heinrich V und einer Herrschaft Lothars III erlangten schließlich im Jahre 1138 mit Konrad III die Staufer die Königswürde.
Östlich der Saale erstarkt das Fürstenhaus Wettin. 1125 wird Konrad der Große, aus dem Geschlecht der Wettiner, von Heinrich V mit der Markgrafschaft Meißen belehnt. Er gilt als Stammvater des sächsischen Königshauses und sein Abbild steht an der Spitze des „Sächsischen Fürstenzugs“ in Dresden.
Nach dem Tod Konrads III im Jahr 1152 wurde Friedrich I., genannt „Barbarossa“, zum König gewählt. Ihm folgte Friedrich II., „stupor mundi“, einer der bedeutendsten römisch-deutschen Kaiser des Mittelalters. Bald nach dessen Tod im Jahre 1250 endete die Staufer-Ära wie auch die Zeit der Romanik.
Stiftskirche St. Servatii, Quedlinburg
Schon 922 legte König Heinrich I hier eine Pfalz an. In seiner Pfalzkapelle wurde er, 936 in Memleben verstorben, beigesetzt. Auch seine Witwe Mathilde, die auf der Burg ein Damenstift gründete, ruht in einem monumentalen Steinsarg neben ihrem Gemahl in der zwischen 1070 und 1129 errichteten Stiftskirche.
Als 983 die Königswürde auf den Urenkel Heinrichs I, den erst 3-jährigen Otto III übergeht, wird der Thronanspruch von seiner byzantinischen Mutter Theophanu, seiner burgundischen Großmutter Adelheid, seiner Tante Mathilde und seiner Schwester Adelheid gesichert. Die Damen regierten das Königreich vom Stiftsberg Quedlinburg aus.
Alte Linde an Stiftskirche St. Peter, Petersberg bei Halle
In Halle erzählt man sich, der Petersberg sei auf seinem Breitengrad die höchste Erhebung zwischen Harz und Ural. Beim Anblick der weithin sichtbaren erhaben aufragenden Stiftsbasilika St. Peter mit dem mächtigen Weststurm auf der Kuppe des Petersbergs (im Mittelalter „mons serenus“ =Lauterberg) mag man dies auch gern glauben.
Die Wettiner mussten sich 1069 den Saliern unter Heinrich IV beugen und sich östlich der Saale zurückziehen. Das hatte den Verlust ihrer Grablege im 985 gegründeten Benediktinerinnen-Klosters in Gerbstedt zur Folge. Konrad, Markgraf von Meißen, aus dem Geschlecht der Wettiner, gilt als Stifter des Augustiner-Chorherrenstifts, dessen Stiftskirche dann ab 1142 errichtet wurde. Konrad der Große, auch „der Fromme“, wurde selbst Laienbruder in seinem Hauskloster auf dem Lauterberg, nachdem er 1156 im Beisein seines Kampfgefährten Albrecht des Bären seine Waffen und Herrschaftsinsignien ablegte und damit der „Macht der Welt“entsagte. Markgraf Konrad wurde, wie auch seine vorverstorbene Gemahlin Lukardis, und 9 weitere Wettiner in der romanischen Kirche, der neuen Grablege der Wettiner, beigesetzt.
Dom St. Peter und Paul in Naumburg
Schon 968 wurde in Zeitz von Otto I. ein Bistum zur Sicherung gegen die Slawen gegründet. 1028 verlegten die Markgrafen Hermann und Ekkehard II unter dem Salier Konrad II das Bistum nach Naumburg.
Im Westchor des Doms (Baubeginn vor 1213) befinden sich die Standbilder (ca. 1250/60) von Hermann mit seiner Gemahlin Reglindis, einer Tochter des polnischen Königs Boleslaw, und Ekkehard II mit seiner askanischen Gemahlin Uta.
Alter Maulbeerbaum vor Burg Querfurt
Schon vor 899 war Curnfurdeburg eine Fluchtburg, ab 780 vmtl. sogar Sitz einer karolingischen Verwaltung und ab 10. Jhdt. Stammsitz der Edlen Herren von Querfurt. 1004 gründete der aus diesem Geschlecht stammende heilige Brun hier eine Kirche.
Dieser, ein Mitschüler des späteren Bischofs Thietmar von Merseburg, begleitete Kaiser Otto III nach Italien. Heinrich II und Papst Sylvester erhoben ihn zum Missionsbischof. 1009 wurde Brun von Querfurt wie viele seiner Vorgänger und Vorbilder auf Missionsreise von heidnischen Pruzzen erschlagen.
Jahrhunderte später pflanzte man in Querfurt auf Geheiß der preußischen Regierung weiße Maulbeerbäume (morbus alba) aus der Königlichen Landesbaumschule zur Ankurbelung der Seidenproduktion, die sich schon der „Alte Fritz“ wünschte und die Goethe in „Dichtung und Wahrheit“ beschreibt. Ehrwürdig neigt sich am Ende der Rosengasse der 200jährige Baum über eine Mauer und gibt den Blick auf eine der größten und ältesten Feudalburgen frei.
Stiftskirche St. Cyriakus in Gernrode
Im Jahre 937 wurde Gero, ein Sohn des sächsischen Grafen Thietmar, unter Otto I zum Markgraf an der Grenze zu den Slawen, die er 30 Jahre mit großer Brutalität unterdrückte. So lud er zu Beginn seiner Amtszeit 30 slawische Fürsten zum Gastmahl und ließ sie ermorden. 950 aber pilgert Gero nach Rom.
Nach dem Tod seines Sohnes Gero gründete Markgraf Gero auf dem Gelände seiner Burg Geronisroth das Damenstift St. Cyriakus. Als auch sein zweiter Sohn Siegfried stirbt, wird dessen erst 25-jährige aus königlichem Hause stammende Witwe Hathui im Jahre 959 zur Äbtissin geweiht. Sie regierte das Stift 55 Jahre lang.
Kloster und Kaiserpfalz Memleben
Das Benediktinerkloster wurde von Kaiser Otto II und seiner byzantinischen Eefrau Theophanu im 10. Jahrhundert gegründet. Aus den Schriften Konrads II aus dem Jahr 1033 geht hervor, dass es auch hier eine Kaiserpfalz gegeben hat. Memleben ist Sterbeort von sowohl König Heinrichs I (┼936) als auch Kaiser Ottos I (┼973). Das Herz Ottos des Großen liegt hier begraben.
Die Grundmauern des ursprünglichen monumentalen Kirchenbaus sind noch vorhanden. In den Ruinen einer zweiten Klosteranlage mit einer spätromanische Krypta, umgeben von der Stille des Klostergartens, spürt man der jahrtausendealten Geschichte nach.
Neumarktkirche Merseburg
Auf eine von Heinrich I gestiftete Johanniskirche geht der Merseburger Dom St. Johannes und St. Laurentius mit seiner Krypta aus dem 10 Jahrhundert zurück. Die Zeit zwischen 908 und 1018 ist gut dokumentiert worden von Bischof und Chronist Thietmar von Merseburg (967-1018), der im Dom bestattet wurde. Auch Rudolf von Rheinfelden, der Gegenkönig 1077–1080 gegen Heinrich IV ist hier bestattet. Seine in der Schlacht bei Hohenmölsen abgeschlagene Schwurhand wird ebenfalls aufbewahrt.
Gegenüber auf der Ostseite der Saale liegt ein weiteres Zeugnis romanischer Baukunst, die Kirche St. Thomae, erstmals erwähnt 1188 in einer Urkunde Kaiser Friedrich I Barbarossas. Am spätromanischen Hauptportal befindet sich an einer der sechs Säulen ein Knoten als Abwehrzauber.







































